Wittenberger Denkmalkunde I

Das oftmals unkorrekt und gern zusammenhangslos wiedergegebene Zitat vom „Mahnmal der Schande“ hat in den vergangenen Monaten alle linientreuen Systemmedien empört und sämtliche Moralapostel dieses Landes bis zur Weißglut gereizt. Wittenberg hat nur wenige Mahnmale, aber noch einige Denkmale, wenn man denn auch die zahlreichen Gedenktafeln als solche betrachtet. Dem kritischen Betrachter kann nicht entgehen: Es sind Denkmale der Schande darunter.

Denn eine Schande ist es, wenn statt des ehrenden Gedenkens an eine, unsere Geschichte beeinflussende Person oder an ein historisches Ereignis, lieber Geschichtsverdrängung und -unkenntnis symbolisiert werden. Im Gegenzug jedoch wird ein exotischer Schrotthaufen zum Symbol moralischer Überheblichkeit, die alles Fremde rettend umarmt und das Eigene mißachtet und zerstört.

 

Im Einzelnen:
Am Rande der städtischen Anlagen, gegenüber dem Amtsgericht, befindet sich das, von den Kanonenkugeln

enthauptete und nicht mehr am ursprünglichen Ort stehende Tauentzien-Denkmal . . .

 

 

 

. . .und in Sichtweite davon, aber etwas versteckt, der „Batteriestein“, zum Andenken an die 1814 dort erbaute und am weitesten vorgeschobene Stellung, der mit Drei- und Zwölfpfünderkanonen, zum Sturm auf die Festung bestückten Breschbatterie. Dieses Gedenksteinduo gibt für den Betrachter ein mehr als jämmerliches  und schändliches Bild ab.

Beide Denkmale sollten urspünglich an die Befreiung Wittenbergs von der napoleonischen Fremdherrschaft im Jahr 1814 erinnern.  Ob sie es immer noch tun, wage ich zu bezweifeln. Wegen der Untätigkeit verantwortungsloser Verantwortlicher vermögen sie das nur unzureichend. Gedenksteine können sich eben nicht wehren. Sowohl der bauliche, als auch der landschaftsgestalterische Zustand sind desolat. Im Jahr des Reformationsjubiläums hätte das buchstäblich die Welt sehen können, aber der bunte Multikulti-Globalisierungs-und Flüchtlingszirkus um die „Tore der Freiheit“ hat alles andere in den Hintergrund gedrängt.

Das ist das Verwerfliche: Deutsche Geschichte, die der Herausbildung unser Identität und unserer Nation verbunden ist, wird, wenn nicht gar durch Abriß, dann mindestens aber durch Verdrängen, der Bedeutungslosigkeit und dem Vergessen übergeben und dies durch steten und gegenständlichen Verfall illustriert.

Wenige Schritte weiter, ist am Rest der Stadtmauer am Casinoberg, eine der zahlreichen Gedenktafeln angebracht, die an für Wittenberg bedeutende Persönlichkeiten erinnern sollen. Eine erinnert an Bogislaw Friedrich Emanuel Graf von Tauentzien,- jener Tauentzien, dessen Gedenkstein in Sichtweite langsam anfängt sich aufzulösen und hinter meterhohem Unkrautwuchs verschwindet. Der Pour le Mérite-Träger gilt als Befreier Wittenbergs und erhielt dafür den Ehrennamen „von Wittenberg“ – auch wenn die größere Bedeutung wohl Generalleutnant Leopold Wilhelm von Dobschütz zukommt.

Der Zustand der Tafel ist gut. Die Person aber,
der die Widmung gilt, hat seltsame Wandlungen durchgemacht. Wer die Zeilen aufmerksam betrachtet, merkt: Aus dem Grafen von Tauentzien hat man kurzerhand „B. Fr. Emanuel Trauentzien“ gemacht. „Graf“ und „von“ wurden, ganz im Stile linker Korrektheit eingespart, dem Namen ein „r“ eingefügt und schon fragt sich der geschichtlich Interessierte: „Soll er das wirklich sein ?“. Um vollends zu zweifeln, wenn er Geburts- und Sterbejahr auf der Tafel liest: 1780 – 1892. Der brave Preuße mit der höchsten Tapferkeitsauszeichnung, die im Reich des Königs Friedrich Wilhelm III. vergeben wurde, wäre demnach 112 Jahre alt geworden und hätte nach der Befreiung Wittenbergs noch achtundsiebzig Jahre gelebt.

Die korrekten Daten lauten 15.09.1760 – 20.02.1824. Das sind schon erhebliche Abweichungen, die eine gewisse historische Ahnungslosigkeit und Unkenntnis der Verantwortlichen wenigstens vermuten lassen. Aber so ist es generell und mit deutscher Geschichte ganz speziell: Was einem nichts bedeutet, kann durchaus auch mal falsch sein.

Ein Denkmal, welches moralische Borniertheit symbolisiert, findet man am Wittenberger Schwanenteich: Ein „Flüchtlings“-boot“, mit dem verantwortungslose, kulturfremde Mittelmeerquerulanten nach Europa und anschließend widerrechtlich nach Deutschland gekommen sind. Widerrechtlich, da sie vorher schon den Boden sicherer Drittstaaten betreten hatten. Und auch das widerrechtlich, denn es wurden vorsätzlich nationale Grenzen verletzt. Das ist allemal ein Denkmal wert. Bis vor kurzem war das Boot Bestandteil der „Tore der Freiheit“. Bezüglich des Bleiberechtes für dieses unselige Überbleibsel mit der arabischen  Allah sei gepriesen-Aufschrift hat uns Wittenberger allerdings niemand gefragt.

Interessant ist das an dem Schrotthaufen angebrachte Schild: „Das Betreten des Bootes ist verboten. Eltern haften für ihre Kinder !“
An der libyschen Mittelmeerküste hat das offensichtlich nicht gegolten. Aber nun haften deutsche Eltern, wenn ihre Kinder dieses willkommene Abenteuerspielzeug erklimmen, welches ihnen in den Park gestellt wurde, und sie sich damit in Gefahr begeben. Auch hier: Verantwortungslose Verantwortliche !

Der Zustand des, 2300 km von Wittenberg entfernt in italienische Hoheitsgewässer eingedrungenen Bootes ist, wie
der vom „Batteriestein“ und Tauentzien-Denkmal, desolat. Außerdem mutiert es allmählich zum Müllabladeplatz. Die in den geschilderten Fällen gleiche Symbolik von Vergänglichkeit und Verfall dient dazu, uns von folgenden Imperativen zu überzeugen:
Einerseits – vergeßt eure eigene Geschichte, eure eigene Identität ! Sie sind bedeutungslos. Andererseits – rettet alle, die gerade gerettet werden wollen, möglichst die ganze Welt.
Ihr seht doch: Die hilflosen „Geflüchteten“ stecken in so großer Gefahr, daß sie mit DIESEM BOOT das Mittelmeer überqueren mußten.

Damit genau das nicht funktioniert, gilt für uns:  Einerseits – der Schrotthaufen muß weg. Andererseits – die genannten Denkmale und ihre Umgebung müssen entsprechend ihrer historischen Bedeutung saniert und gestalterisch aufgewertet werden, falsche Gedenktafeln müssen korrekt beschriftet werden.

Keine Denkmale der Schande in unserer Stadt !