Prozeßbeginn verschoben

Eigentlich sollte am 18. Juni 2019 vor dem Landgericht Magdeburg der Prozeß gegen
den heute vermeintlich 19-jährigen Syrer Sabri H. beginnen. Die Staatsanwaltschaft Magdeburg hatte gegen ihn im November 2018 Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge erhoben. Sabri H. wird vorgeworfen, für den Tod vom Marcus Hempel verantwortlich zu sein, welcher am 29. September´17 nach einer Auseinandersetzung
mit dem Syrer verstarb.

Dieser Termin ist nun hinfällig. Wie das Gericht dem Anwalt des Vaters vor Kurzem mitteilte, werde der Prozeßbeginn auf Ende September / Anfang Oktober verschoben. Grund hierfür sei eine vorrangige Haftsache in einem anderen Fall, die keinen Aufschub dulde. Der sogenannte Flüchtling hingegen befindet sich nach wie vor auf freiem Fuß, weswegen sein Fall verschoben werden könne.

Zur Zeit der Anklageerhebung beteuerte allerdings ein Gerichtssprecher gegenüber der MZ noch: „In Strafsachen und im Jugendstrafrecht sei man aber bemüht, Verfahren zu beschleunigen […].“ Das Strafverfahren gegen Sabri H. wird wegen seiner vermeintlichen Minderjährigkeit zum Tatzeitpunkt nach Jugendstrafrecht geführt. Wenn der Prozeß wie momentan geplant, Ende September / Anfang Oktober beginnt, ist Marcus Hempel bereits zwei Jahre tot. Man könnte fast denken, es soll auf Verfahrensverzögerung hinauslaufen. Beschleunigung sieht in meinen Augen jedenfalls anders aus !

p.s.:
Daß die deutsche Justiz aber auch schneller kann, beweist der Hunde-Fall vom 13.5.18
in Magdeburg. Urteilsverkündung im Dezember ´18 !