Nachschau zur Kundgebung am 29. Sept. 2018

Zum ersten Mal jährte sich am 29. September der Tod des Wittenbergers Marcus Hempel. Er ließ vor genau einem Jahr, infolge einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Beschuldigten aus einer Gruppe von vier sog. syrischen Flüchtlingen, sein junges Leben.

Seit November 2017 kämpft die AfD- Landtagsfraktion parlamentarisch dafür, daß die Fakten im Fall „Marcus H.“ während der Ermittlungen wahrheitsgetreu gesammelt, betrachtet und eingeschätzt werden und es wenigstens erst einmal zur Anklage kommt.
Denn nur dann wird sich auch ein ordentliches Gericht mit den Geschehnissen befassen .

Den traurigen Jahrestag nahm die AfD-Landtagsfraktion zum Anlaß, in würdigem Gedenken an den Verstorbenen eine Kundgebung mit anschließendem Trauermarsch zum Tatort in Wittenberg durchzuführen. Entgegen dem Bericht in der „MZ“ waren wenigstens 300 Teilnehmer dem Aufruf zur Gedenkveranstaltung gefolgt. Neben dem Vater des Opfers, der eine sehr emotionale Rede zu seinen negativen Erfahrungen mit Politik und Justiz hielt, kamen auch der rechtspolitische Sprecher der Fraktion, Mario Lehmann, der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Oliver Kirchner, sowie meine Wenigkeit zu Wort. Im Anschluß an die Kundgebung beteiligten sich nahezu alle Teilnehmer am Trauermarsch zum Tatort, wo Blumen und Kerzen niedergelegt wurden. Die gesamte Veranstaltung verlief dem Anlaß entsprechend ruhig und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die Regionalpresse versuchte dennoch erneut und natürlich erwartungsgemäß, in ihrer unmittelbaren Berichterstattung die AfD in die Nähe der Neonazi-Szene zu rücken.

Die Gesinnung derer, die der AfD bereits im Vorfeld eine politische Instrumentalisierung des Todes von Marcus Hempel und eine Vereinnahmung der Trauer des Vaters vorwarfen, offenbart sich, wenn man jetzt den Tatort aufsucht. Das niedergelegte Gesteck der AfD-Landtagsfraktion wurde geschändet. Die daran angebrachte beschriftete Schleife wurde völlig abgebrannt und auf den gesamten Ablageort wohl mehrmals uriniert. Diese Gesinnung ist nicht nur Ausdruck eines tiefen, von verschiedenen und bekannten lokalen Akteuren geschürten Hasses gegenüber der AfD, die nur auf Fehlentwicklungen hinweist, sondern vor allem einer tiefen Verachtung, Verunglimpfung und Gleichgültigkeit für das Opfer. Wer also ständig mit erhobenem Zeigefinger und mit vermeintlich moralischen Argumenten gegen unseren Protest vorgeht, entlarvt sich selbst. Für denjenigen ist Marcus Hempel nur ein willkommenes Mittel zur Diskreditierung politisch Andersdenkender.

»Die Kultur eines Volkes erkennt man daran,
wie es mit seinen Toten umgeht«

 Perikles, 493-429 v. Chr.