Nachgefragt: Wittenbergs zweite Moschee dürfte bald beantragt werden

Anfang Dezember berichtete ich hier über eine mögliche zweite Moschee in Wittenberg. Da mir der Landkreis als untere Bauordnungsbehörde keine Auskünfte erteilen wollte, nahm ich meine Rechte als Parlamentarier wahr und fragte bei der Landesregierung nach. Folgende Entwicklungen haben sich nun durch die Antworten auf meine Anfrage bestätigt.

  1. Wittenbergs erste Moschee [„ritueller Ort des gemeinschaftlichen islamischen Gebets“] ist da: Die Baugenehmigung zur Nutzungserweiterung der Jahn-Turnhalle als moslemischer Gebetsraum wurde 25. Januar 2018 erteilt.
  2. Der Mieter des Blumenpavillons ist, genau wie bei der Jahn-Turnhalle, der Verein „Salam“.
  3. Der Blumenpavillon in der Florian-Geyer-Straße wird seit letztem Jahr als moslemischer Gebetsraum [Moschee] genutzt, ohne daß bisher eine baurechtliche Genehmigung vorliegt oder beantragt wurde [Stand: 22.01.2019].
  4. Der „Salam e.V.“ ist nun durch meine erneute Anfrage an die Landesregierung gezwungen, auch für seine Blumenpavillonmoschee einen Antrag auf Nutzungsänderung als Gebetsraum zu stellen.
  5. Die zuständigen Behörden haben auch in diesem Falle, genau wie im Fall der Jahn-Turnhalle, geflissentlich weggesehen und sind erst nach meinem Hinweis tätig geworden.

Wittenbergs zweite Moschee steht also kurz vor der Beantragung. Im Falle einer Genehmigung tummeln sich dann auf gerade einmal 43 m² ganz offiziell mindestens 100 „Glaubensbrüder“ beim „Freitagsgebet“. Offen bleibt eigentlich dann nur noch die Frage, für welche Massen man die Jahn-Turnhalle zum beten freihalten will. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, dürfte Wittenberg jedenfalls bald mehr Moscheen als Kirchen haben.

Kleine Anfrage: Sachstand Jahnturnhalle
Kleine Anfrage: Moslemische Gebetsräume in Wittenberg