Mit viel Liebe zum Detail

Als ich am 12. und 14. Dezember 2017 in zwei Schreiben die Stadt Wittenberg über die fehlerhafte Gedenktafel für Wittenbergs Befreier General von Tauentzien und den Zustand des am Schwanenteich lagernden „Flüchtlingsbootes“ informierte, rechnete ich entweder mit einer schnellen oder eben mit gar keiner Antwort durch den Herrn Oberbürgermeister.

Da hatte ich die Rechnung aber ohne den Wirt gemacht, dessen Antwortschreiben vom
10. Januar 2018 mich in der 3. Kalenderwoche 2018 dann doch mit reichlicher Wartezeit erreichte. Ohne ein Wort des Dankes, aber sehr penibel, begründet Herr Zugehör, warum
es meiner Hinweise in beiden Angelegenheiten angeblich nicht bedurft hätte.

  1. Der für die Betreuung der Wittenberger Gedenktafeln zuständige Rotary Club Wittenberg habe bereits am 14. November 2017 einen Hinweis auf die fehlerhafte
    Tafel aus der Bürgerschaft erhalten. Der Rückbau sei daraufhin in der 46. KW des Jahres 2017 veranlaßt worden, also genau in dieser Woche, in der mein Schreiben
    an die Stadt ging. – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
  2. Beim „Flüchtlingsboot“ sieht sich Herr Zugehör an den Stadtratsbeschluss gebunden, der die Übernahme durch die Stadt vom Verein Reformationsjubiläum 2017 e.V. zum Thema hatte. Daß eine Mehrheit der Wittenberger nicht hinter dieser Entscheidung stehen dürfte, (siehe MZ-Abstimmung) ist dabei belanglos. Das Objekt sei jedenfalls nach Aussage des OB gesichert worden. So sollen im ersten Zuge am 09. Nov. 2017 Hinweisschilder angebracht worden sein. Im zweiten Schritt habe man am 21.11.2017 dann den Podest mit der hinaufführenden Treppe entfernt. Unsere Bilder belegen aber, daß die Treppe auch nach diesem Tag noch stand.

Herr Zugehör hat die lange Zeit seiner Antwort jedenfalls sinnvoll genutzt und sich gewissenhaft überlegt, wie er alles in einen zeitlichen Kontext bringen kann, in dem die Hinweise eines AfD-Abgeordneten als obsolet gelten können. Was die Überarbeitung der Gedenktafel für General von Tauentzien anbelangt, wünsche ich dem Rotary Club jedenfalls mindestens genauso viel Gewissenhaftigkeit, wie sie unser Oberbürgermeister bewiesen hat. Beim, am Schwanenteich lagernden Sperrmüllhaufen bleibe ich bei meiner Meinung: Das Ding muß weg!