Keinen Tod auf Raten – Landgestüt Prussendorf erhalten

Die Sparträume der Kenia-Koalition bei der Diskussion um den Doppelhaushalt 2017/18 treiben immer neue Blüten. Weil die Kosten für den Asylansturm explodieren, will man jetzt den Rotstift dort ansetzen, wo es an die eigene Substanz geht.

Ein Kabinettsentwurf der „Afrikaner“ sieht nun vor, unser Landgestüt „perspektivisch abzuwickeln“. Während die Pferdezucht- und -haltung in Prussendorf bisher mit 300.000 Euro jährlich aus dem Landeshaushalt unterstützt wurde, soll in einem ersten Schritt dieser Betrag nun auf 180.000 Euro reduziert werden. Mit einer zweiten Maßnahme will man das Landgestüt über die nächsten zwei Jahre ausbluten lassen und ihm so den Todesstoß versetzen. Über eine geplante Gewinnabführung soll der Betrieb durch den Verkauf wertvoller Ackerflächen in den nächsten zwei Jahren jährlich 2,5 Mio. Euro in den Landeshaushalt spülen. Hierzu soll die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt GmbH mit der Geschäftsführung betraut werden. Das ist ein Tod auf Raten!

Das Pferd ist ein Kulturgut, für das man sich mit der Gründung des Landgestütes im November 1992 politisch entschieden hat. Kultur kostet Geld und ist eben nicht auf eine Gewinnerzielungsabsicht ausgerichtet. Insofern sind schon die geplanten Kürzungen im Bereich von Zucht und Haltung eine Farce.

Sachsen-Anhalt hat sich im Zuge der Entwicklung des Landgestütes über die Jahre zu einer Hochburg des Pferdesportes gemausert. Landesweit gibt es über 30.000 Zucht- und Sportpferde, die einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellen. Berechnungen gehen von rund 8.000 Arbeitsplätzen aus, die direkt oder indirekt an einem derartig hohen Pferdebestand im Land hängen. Allein in Prussendorf gibt es derzeit 25 Beschäftigte, die sich dort um die 70 Pferde kümmern. Hier stiehlt sich die Landesregierung aus ihrer eigenen Verantwortung. Unter der Abwicklung des Landgestütes wird die hiesige Pferdewirtschaft also unumgänglich zu leiden haben. Das wird sich wiederum in sinkenden Steuereinnahmen bemerkbar machen.

Ein weiterer Schlag ins Gesicht sind die Pläne der Landesregierung für die vielen Reit- und Fahrvereine und ihre rund 12.000 Mitglieder. Auch der ländliche Breitensport hat sich durch das Landgestüt seit 1992 prächtig entwickeln können. Etwa 6.000 Jugendliche haben sich den Pferdesport zum Hobby gemacht. Das Landgestüt als Aus- und Weiterbildungsstützpunkt ist gerade in diesem Bereich eine tragende Säule, deren fast 25-jährige Traditionslinie man nicht kappen darf.

Es ist im Übrigen mitnichten so, daß die Pferdezucht in Sachsen-Anhalt ein einziges Zuschussgeschäft wäre. Das beweist die Erfolgsgeschichte des in Prussendorf gezogenen Ausnahmevererbers Monte Bellini. Dieser Hengst wurde zum Preis von einer halben Million Euro verkauft, die letztlich in den Landeshaushalt floss.

Genau wie die AfD-Fraktion im Landtag, spreche ich mich für den Erhalt des Landgestütes Prussendorf aus! Das Kulturgut Pferd ist zu erhalten und die Verschleuderung wertvollen Volksvermögens zur kurzfristigen Sanierung des Haushaltes ist zu stoppen. Vielmehr ist über Perspektiven zu diskutieren, die das Landgestüt auch aus struktureller Sicht unabdingbar machen. Denkbar ist die Idee der Schaffung einer landeseigenen Polizeireiterstaffel, wie es sie beispielsweise auch in Sachsen und sechs weiteren Bundesländern gibt.

Ich bitte Sie daher auch inständig darum, die sich derzeit im Umlauf befindliche Unterschriftenaktion zum Erhalt unseres Landgestütes mitzuzeichnen.