Kein Schwerpunkt – kein Geld

Im August berichtete ich an dieser Stelle, wie der Essener Rechtsanwalt Uwe Mertens beim „Nachbarschaftstreff Wittenberg-West“ ein Seminar zum Thema »Flüchtlinge als Fachkräfte – Chancen und Hemmnisse« hielt.  Wie aufgezeigt, entfernte sich der Inhalt seiner damaligen Ausführungen Lichtjahre vom angekündigten Thema. Meine kleine Anfrage zur Gesamtproblematik der „Demografie-Woche 2017“ ergab nun, daß Herr Mertens für seinen Vortrag zum Glück nicht mit Steuermitteln bezuschußt worden ist.

Insgesamt beliefen sich die Kosten für alle Veranstaltungen, die im Rahmen der „Demografie-Woche 2017“ in Sachsen-Anhalt durchgeführt wurden lt. Aussage der Landesregierung auf 76.000 Euro. Die Veranstaltung von Herrn Mertens war eine von etwa 70 regionalen Geselligkeiten, bei denen sich die Unterstützung des Landes, auf
die Ankündigung auf deren Netzseite beschränkte.

Weiterhin gastierte ein Informationsmobil in verschiedenen Städten, in dessen Windschatten die Kommunen teilweise eigene Veranstaltungen durchführten. Die
dabei aufgemachten Themen bedürfen einer besonderen Erwähnung, da sie einerseits durchaus von breitem Interesse sein dürften, andererseits an ihnen aber auch erkennbar wird, in welch krassem Widerspruch sie zu den Ausführungen des Herrn Rechtsanwaltes stehen:

  • Demografie und Gesundheit
  • Digitalisierung in der Pflege
  • Barrierefreiheit
  • Wohnen im Alter
  • Intakte Natur

Hierzu gesellten sich 5 Regionaldialoge mit verschiedenen Landesministern, deren
Titel zumindest einen gewissen Mehrwert zu versprechen scheinen. Man ist geneigt,
das Wort „populistisch“ zu bemühen. Die Landesregierung erkennt in ihrer Antwort zumindest an, daß es „wichtig [sei], junge Menschen für ihre Heimatregion zu begeistern“ und verweist damit auf die durchgeführten Workshops an Gymnasien und Sekundarschulen, die sich mit der Ausbildung und den Zukunftsmöglichkeiten in der jeweiligen Region beschäftigten. Hinzu kommen zwei Podiumsdiskussionen mit Ministern an Schulen in Osterwieck und Oschersleben. Während also unsere Jugend auf die eigene Zukunft vorbereitet und den Älteren unter uns Lebenshilfen an die Hand gegeben werden sollten, führte Herr Mertens die wißbegierigen Damen in Wittenberg durch den, bisweilen unendlich langen Gang des Asylverfahrens. -Bedauerlicherweise !!!