Immer wieder sonntags: Wolfgang Marchewka spricht „Klartext“

Wenn man sich den sonntäglichen Nachmittag verderben wollte, brauchte man am letzten Wochenende nur den Wittenberger Sonntag zur Hand nehmen. Hier beglückte uns Herr Marchewka wieder einmal zuverlässig mit seinen Weisheiten.

Unter der Überschrift „Immer wieder Sachsen“ nahm er sich dieses Mal das Thema der Woche vor: “Bautzen”.

Betrachten wir zunächst einmal anhand des Polizeiberichtes die Faktenlagen. Gegen 20:50 Uhr erreichten die Polizei mehrere Notrufe wegen Vorfällen auf dem Bautzener Kornmarkt. Die Beamten stießen dort auf zwei rivalisierende Gruppen. Auf der einen Seite standen „etwa 80 jung[e] Männer und Frauen“, die „in großer Zahl dem politisch rechten Spektrum zuzuordnen“ seien, auf der anderen „etwa 20 jung[e] Asylbewerber“. Die Auseinandersetzung zwischen beiden Lagern war gekennzeichnet durch „mehrer[e] Flaschenwürfe und Körperverletzungen“. Laut der polizeilichen Ermittlungen gingen die Tätlichkeiten von Asylsuchenden aus.

Die Polizisten konnten die Gruppen trennen und wurden dabei aus den Reihen der Asylbewerber „mit Flaschen, Holzlatten und anderen Gegenständen beworfen“. Weitere Auseinandersetzungen konnten verhindert werden. Ein Krankenwagen, der später einen 18-jährigen verletzten Marokkaner ins Krankenhaus bringen sollte, wurde kurzzeitig durch „augenscheinlich rechtsmotivierte Männer“ attackiert. Wie er zu seinen Verletzungen kam, ist allerdings unklar. Bekannt ist nur, daß sich wiederum ein 20 Jahre alter Libyer selbst mit einer Bierflasche am Kopf verletzte hatte.

Wenn man sich Herrn Marchewkas Darstellung der Dinge so durchliest, ist man durchaus überrascht, wie ideologisch gefestigt der Redakteur einer, sich selbst als „unabhängig“ bezeichnenden Gazette doch sein kann. Er hat sich eine ganz einfache linke Taktik angeeignet, die er aber bis zur Perfektion beherrscht: Mit dem Finger auf jemanden zeigen und ganz laut „Nazi!“ schreien. Genau das hat er auch wieder mit den Bautz´nern getan und ist damit einmal mehr seinen eigenen Landsleuten in den Rücken gefallen.

Der Bautzener, das ist für Marchewka der dumme unbelehrbare Sachse, der den ganzen Tag trinkend auf dem Kornmarkt herumlungert und die Leute anpöbelt. Der Ostdeutsche schlechthin ist aus seiner Sicht ein potenziell verkommener Mensch. Bautzen muss also zwangsläufig ein „Nazi-Problem“ haben.

Daß die Wahrheit jedoch anders aussieht, hat Bautzens OB Ahrens im Nachgang der Ereignisse mehrfach dargelegt. Jeder Bautzener, der den Kornmarkt kennt, wird dies bestätigen. Seit dem letzten Jahr hat sich der Kornmarkt zum Kiez für unsere neuen jungen Gäste entwickelt. Es sind in Wirklichkeit UMAs (sog. „unbegleitete minderjährige Asylsuchende“) wie Mohamed Youssef T., die ihren ganzen Tag dort verbringen, pöbeln und den Einheimischen Angst machen. Daß dies mittelfristig zu einer aufgeladenen Stimmung führen muss, die sich irgendwann entlädt, ist letztlich nur ein Beweis für die Kapitulation des deutschen Rechtsstaates.

Es ist der Rechtsstaat, der zulässt, daß seine eigenen Bürger im eigenen Land die Opfer fremder Täter werden. Dass von Rechts und Links versucht wird aus dieser Entladung politisches Kapital zu schlagen, ist auch ein Verdienst der Presse. Zu den von der Polizei beobachteten Personen aus „dem politisch rechten Spektrum“ zählt auch der normale Bautzener, der vielleicht AfD wählt und für den Gewalt sicher nicht das richtige Mittel zum Lösen von Problemen ist.

Es sind Menschen wie Herr Marchewka, die durch ihre Schreiberei Bautzen zum rechtsradikalen Hexenkessel hochstilisieren. Damit sorgen sie dafür, dass die Stimmung so hochkocht, daß sich am Ende wahrscheinlich Rechte und Linke gegenseitig die Schädel einschlagen.

Stellen wir doch mal eine andere Frage: Wenn Bautzen mit “Nazis” so vollgestopft ist, wie Herr Marchewka behauptet, wie konnten die UMAs dann, dort so lange ohne Probleme residieren?