Gedankenlos oder kriminell? – So arbeitet der WAZV “Elbe-Elster-Jessen”

Werner Landgraf aus Iserbegka ist über 80 Jahre alt und er hat ein großes Problem.
Da er keinen Ausweg mehr sah, wandte er sich an „seinen“ AfD-Vertreter vor Ort.

Als im November 2010 ein Mitarbeiter des „Wasser- und Abwasserzweckverband Elbe-Elster-Jessen“ (WAZV) seine Wasseruhr ablas, ergab sich ein Mehrverbrauch
von genau 1000 Kubikmetern. Das entspricht 1 Million Liter Wasser. Landgraf und
seine Frau verbrauchen im Durchschnitt 45 Kubikmeter pro Jahr, aber 2010 sollen
es 1045 Kubikmeter gewesen sein. Landgraf wehrte sich. Er beantragte, seinen Wasserzähler zu überprüfen: Anfang Dezember 2010 baute ihn ein Mitarbeiter des
WAZV unsachgemäß aus und gab ihn zur Überprüfung. Als Prüfstelle fungierte die hierfür staatlich anerkannte Firma Enermess in Magdeburg, die auch Wasseruhren produziert und an den WAZV liefert!

Die Prüfung erfolgte ohne amtliches Messprotokoll und nach veralteter Richtlinie: Ihr Ergebnis war, dass der Zähler in Ordnung sei – Herr Landgraf musste 2.000 Euro für
den „Verbrauch“ zahlen. Doch er klagte dagegen vor dem Verwaltungsgericht Halle.
Das erklärte am 28. Oktober 2011 den Kostenbescheid des WAZV für rechtskräftig.
Aber Herr Landgraf gab nicht auf.

Auf Betreiben Landgrafs und des Landeseichamtes kam es zu weiteren Untersuchungen seiner Wasseruhr durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und die Fachhochschule Schmalkalden. Der Abschlussbericht dieser Untersuchungen (Dez. 2012) lässt aufhorchen. Der vermeintliche Mehrverbrauch kann demnach nur durch einen sog. Rollensprung zustande gekommen sein. Hierbei springt eine Rolle des Zählwerkes, bedingt durch äußere Erschütterungen oder durch in der inneren Mechanik kurzzeitig eingeklemmte Sedimente, um eine Stelle weiter.

Wesentlich pikanter ist jedoch, daß das Zählwerk so gut wie keinen Verschleiß aufwies. Die vermeintlichen 1000 Kubikmeter Wasser könnten da nie durchgeflossen sein, das belegen mittels Rasterelektronenmikroskop gemachte Aufnahmen. Weitere Aufnahmen von Vergleichzählern lassen nur den Schluss zu, daß es sich bei dem Innenleben von Landgrafs Zähler um eine werksneue Mechanik handelt.

Weiterhin wurden markante Unregelmäßigkeiten an der Plombe festgestellt. Zum einen waren Plombe und Plombenschnur sichtbar beschädigt. Zum anderen handelte es sich um eine Bleiplombe. Der Zähler wurde 2008 geeicht. Schon seit 2006 wird jedoch für die Plomben kein Blei mehr verwendet. Diese Fakten lassen sich nur mit einer Manipulation der Wasseruhr im Zeitraum zwischen dem Ausbau bei Landgraf und der Prüfung durch Enermess erklären. So stellt es auch der vom Landeseichamt autorisierte Prüfbericht fest.

Der Prüfbericht wurde von Landgraf als Beweis im vorletzten Wiederaufnahmeverfahren  vor dem Verwaltungsgericht an den Gerichtspräsidenten übergeben. Dieser versprach Landgraf persönlich, sich um die Einreichung zu kümmern. Während der Verhandlung lagen “entsprechende Unterlagen” bei den Akten der Richterin. Sie fanden jedoch keine Berücksichtigung als Beweis, da der Posteingangsstempel des Gerichtes fehlte. Werner Landgraf verlor des Verfahren erneut.

Herr Landgraf hat neben viel Zeit, schon rund 4.000 Euro in den Rechtsstreit investiert – zuzüglich der bereits gezahlten 2.000 Euro Gebühren.

Doch der WAZV will Landgraf nicht entgegenkommen. Der Geschäftsführer weigert sich von einer, laut Satzung zulässigen, Kulanzregelung Gebrauch zu machen. Dabei beruft er sich auf das erste Urteil des VG Halle, wonach der Kostenbescheid des WAZV rechtskräftig ist. In der letzten Verbandsversammlung des WAZV am 20. Dezmber 2016 wurde die „Angelegenheit Landgraf“ im nichtöffentlichen Teil „abschließend“ behandelt. Herr Landgraf wurde als Beroffener jedoch nicht geladen und hat bis heute trotz mehrmaliger Nachfrage keine Auskunft über das Ergebnis der Sitzung erhalten. Erst über den Petitionsausschuss des Landtages erfuhren wir, daß der WAZV die Sache „nunmehr grundsätzlich für beendet“ erkläre. Der WAZV werde fortan nicht mehr mit Landgraf korrespondieren und auch den Wasserzähler nicht herausgeben.

Sollte der Geschäftsführer des WAZV, Herr K., aufgrund des fortgeschrittenen Alters des  Herrn Landgraf denken, die Zeit liefe für ihn, mache ich ihn hiermit gerne auf diesen Irrtum aufmerksam. Ich werde mich mit all meinen Möglichkeiten für Herrn Landgraf einsetzen, denn: Was Recht ist, muß (und wird) Recht bleiben!“