Die unterschätzte Wirkung von alkoholfreiem Bier

Anmerkungen zum „WiSo“ vom 10. März 2018

Die schlechte Nachricht zuerst: Am 10. März ist
ein neuer „Wittenberger Sonntag“ erschienen. Geistige Umweltverschmutzung par excellence und Propaganda der übelsten Sorte überhaupt. Eine häßlichere Fratze kann Anzeigen-journalismus nicht offenbaren.

Die gute Nachricht: Lange wird der endgültige Niedergang dieses Qualitätsblättchens wohl nicht mehr dauern, denn es ist merkwürdig dünn geworden. Der journalistische Inhalt ist dafür sicher nicht allein verantwortlich. Der Grund erschließt sich beim Durchblättern: Die Potenzmittelindustrie hat dem „einzig unabhängigen“ Hetzblatt des Kreises Wittenberg scheinbar die Partnerschaft gekündigt. Wer will auch Geld in eine „Zeitung“ investieren, die Sonnabend an verschiedenen Stellen in Wittenberg ausgelegt wird und Montag dort immer noch liegt, und zwar in annähernd gleicher Stückzahl ?

Der Nachweis für die haßerfüllte Weltanschauung des Kollegen Marchewka manifestiert sich noch immer auf Seite 10 im „Klartext“, er wirkt aber in der Aufmachung weniger reißerisch. Das Bild des verantwortlichen Redakteurs, der den bedauernswerten Leser mit Borniertheit angrinste, ist samt der roten Fliege verschwunden. Vielleicht hat er ja selbst gemerkt, wie schnell aus einem Mann ein Clown wird. Zur inhaltlichen Gestaltung: die gewohnte wuttriefende Hetze, vorzugsweise gegen die AfD und ihre Mitglieder. Diesmal gegen einen, von einem Viertel des Volkes gewählten Mandatsträger, der es gewagt hat, sich in einer Rede Wolfgang M.s´ Niveau anzunähern, ohne es natürlich zu erreichen.

Wer einerseits „solchen Leuten“ unterstellt, „mitunter zu schlecht“ zu sein, um
„zum Beispiel eine kleine Autowerkstatt ordentlich zu führen“, (vor der im Übrigen
noch keine Einsatzfahrzeuge einer Bundesbehörde parkten) andererseits aber einen
Teil des Niederganges seines Schmutzblättchens der schlechten Arbeit von Zustellern unterschiebt, hat Probleme: krankhaften Haß oder krankhaften Neid; also einen kranken Charakter. Solche Probleme kann man als Geschäftsführer einer ebenso kranken „Zeitung“ zwar nicht lösen, aber auf Kosten Andersdenkender exzessiv ausleben.

Ansonsten, wie so oft, viel Blödsinn im Klartext: Was „seriöse Demokratie“ bedeutet, weiß sicher nur der „verantwortliche Redakteur“. Zumindest kann er es aus seinem eigenen Mangel an Seriosität ableiten. An Dämlichkeit grenzt schon die Feststellung, daß es den Sachsen bei ihrer Wahl nicht „…um den Kampf für Demokratie und Menschenrechte“ gegangen sein kann, „…denn Menschenrechte gelten auch für Flüchtlinge und Angehörige von hier als ´falsch´ empfundenen Religionen.“.
Kollege Marchewka hat immer noch nicht begriffen, daß es sich beim weitaus größten
Teil der „Flüchtlinge“ eben nicht um Flüchtlinge handelt. Sicher gelten Menschenrechte und die Unantastbarkeit der Menschenwürde auch für grenz- und rechtsverletzende Eindringlinge. Sie haben aber keinen Anspruch darauf, diese ausgerechnet in Deutschland zu verwirklichen. Genauso wenig wie abgelehnte Asylantragsteller.
Negative BAMF-Bescheide und Abschiebungen stellen keine Verletzung der Menschenwürde dar. Der Klartextschreiber könnte dazu entsprechende BVG-Urteile studieren. Außerdem sollte mittlerweile klar sein, daß die Religionsfreiheit des Grundgesetzes dem Islam als importiertem religiös/machtpolitischem Konstrukt nicht zukommt. War auch im Mai 1949 überhaupt nicht so gedacht. Und zur Information für Herrn M.: das deutsche Volk hat sich das Grundgesetzt gegeben ! Bitte Präambel lesen. Betonung liegt auf : deutsche und: sich. – Nicht der Bevölkerung der Welt !
Doch damit scheint der gute Mann nicht zurecht zu kommen. Wie auch ?

Da er als noch-nicht-so-lange-hier-Lebender mit „Ossis“, Sachsen, AfD-Wählern, Anders-als-Marchewka-Denkenden und der spezifischen Eigenart selbiger scheinbar nicht viel anfangen kann und zusätzlich der Zenit des Erfolges seines Hetzblattes ohnehin überschritten ist, gebe ich ihm der alter Freundschaft halber einen Rat : Machen Sie es doch einfach wie die Lachse. – Und glauben Sie mir, der Verlust für unser mitteldeutsches Volk wird sich in Grenzen halten.

p.s.:
Da ich beim Kollegen Marchewka zum wiederholten Male ein kleines schwarzes Loch im politischen Grundlagenwissen durchschimmern sah, gebe ich ihm, natürlich wieder völlig kostenlos, eine Zusatzinformation für seinen persönlichen Gebrauch mit auf den Weg: weder der Kanzler, noch seine Minister werden, entgegen der Aussage des Herrn M., vom Bundespräsidenten vereidigt. Das Einzige was Herr Steinmeier im Schloß Bellevue macht, ist der „Truppe“ (Zitat WiSo) die Ernennungsurkunden zu überreichen. Vereidigt werden die Mitglieder der Regierung erst danach im Reichstag vom Bundestagspräsidenten; momentan Herrn Schäuble.