Bisher keine Gerechtigkeit in Sicht. – Kurze Zwischenbilanz zum „Fall Marcus Hempel“

Zum zweiten Mal jährte sich am 29. September 2019 der Todestag Marcus Hempels. Zum zweiten Mal versammelten sich am 29. September 2019 auf dem Wittenberger Schloßplatz hunderte Menschen, um Marcus’ Schicksal in Würde zu gedenken. Zum zweiten Mal wurde der Vater Karsten Hempel aber auch schon wegen des voraussichtlichen Prozeßbeginns gegen den Peiniger seines Sohnes vertröstet. Kein einziges Mal mußte sich dieser bisher direkt den Fragen der Justiz stellen. 

Gegenwärtig macht man dem Vater Hoffnungen, daß der Prozeß gegen den Totschläger seines Sohnes gegen Ende Februar oder Anfang März 2020 beginnen könnte. Seit kurzem liegt nun auch das Gutachten zur beantragten Altersfeststellung vor. Von einer „Altersfeststellung“ kann allerdings keiner Rede sein. Es handelt sich lediglich um eine grobe Altersschätzung, die zu dem Ergebnis kommt, Sabri H. könne zwischen 16 und 27 Jahren alt sein. Sein, nur auf eigenen Angaben beruhendes Alter könne damit „in Betracht zu ziehen“ sein, da es sich innerhalb des Schätzungszeitraumes bewege. Die vom Gericht angeordnete Altersfeststellung war also, wie bereits vermutet, nur eine weitere Posse, um den Prozeßbeginn erneut in die Länge zu ziehen. Diese Vermutung nährt auch die Tatsache, daß das Gutachten bereits vom 15. August 2019 stammt, aber erst zwei Monate später (Mitte Oktober 2019) an den Anwalt des Vaters verschickt wurde.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg hat indes den Antrag des Vaters abgelehnt, Nebenklage wegen unterlassener Hilfeleistung zu erheben. Karsten Hempel wird jedoch, genau wie die AfD-Fraktion und EinProzent, weiter für Gerechtigkeit kämpfen. Auch 2020 wird es deshalb eine Kundgebung in Gedenken an Marcus Hempel geben. Denn sein Opfer darf nicht vergessen werden.